Unser zweiter Winter in Nova Scotia … diesmal sind wir schon ein bisschen besser vorbereitet auf eventuelle Schneemengen und Winterstürme. Ganz gespannt sind wir, ob wir wieder weiße Weihnachten haben werden, denn wie bereits berichtet … eigentlich soll es im Dezember oft gar keinen Schnee hier geben. Ganz ähnlich wie in Deutchland.
Aber man glaubt es kaum, rechtzeitig zu Weihnachten schneit es kräftig und romantische weiße Weihnachten im Haus am See sind gesichert! Diesmal möchten wir einen richtigen Weihnachtsbaum haben, der nicht bereits nach 3 Tagen nadelt … der vom letzten Jahr, geschlagen im eigenen Wald, war zwar gut fürs Ego, aber ein „Christbaum“ war es nicht! In Facebook poppt eine Nachricht auf, es gibt eine Weihnachtsbaumplantage ganz in der Nähe, wow. Da müssen wir unbedingt hin! So wie alles hier, ist es nicht wirklich professionell sondern sehr privat und ein bisschen hemdsärmelig ;-). Aber der Farmer bietet tatsächlich ganz wunderschöne frisch geschlagene Bäume an … extrem gleichmäßig und dicht gewachsen. Ich wage zu behaupten, in den letzten 30 Jahren hatten wir noch nie so einen schönen Christbaum stehen. Beim Christbaumschmuck wird auch noch etwas aufgerüstet … und an Heilig Abend freuen wir uns über unseren echt stylischen Weihnachtsbaum in der guten Stube.
Hier in Nordamerika ist der Weihnachtsfeiertag ja am 25. Dezember – mit Bescherung und allem drum und dran. Heilig Abend wird nicht groß zelebriert und deshalb des öfteren auch im Freundeskreis gefeiert. Wir sind eingeladen, bei lieben Freunden ganz in der Nähe. Original Heilig Abend Party mit vielen Gästen, leckerem Essen und gemeinsamem Singen. Typisch amerikanische Weihnachtslieder – da sind aber durchaus auch unsere Klassiker dabei, das Lieblingslied meiner Oma zum Beispiel „Herbei o Ihr Gläubigen“, auf Englisch „O Come, All Ye Faithfull“. So schön!
Inzwischen hat der Februar begonnen … der Winter hat Nova Scotia fest im Griff. Wir haben über 40 cm Schnee und für heute ist schon wieder ein Schneesturm angesagt. Dietmar ist kräftig am Schneeschaufeln im Hof und auch die Decks sollten regelmäßig freigeschaufelt werden, das Gewicht ist nicht ohne. Mit Schneeverwehungen hatten wir an die 70 cm auf dem Deck. Schon lange nicht mehr so viel Schnee gesehen, wow. Unsere Zufahrt ist natürlich ein Problem, von Hand sind 300 m Straße fast nicht machbar. Zum Glück haben wir super liebe Nachbarn, die einfach bei uns mitpflügen, wenn sie schon gerade dabei sind. Wir müssen uns aber nun doch überlegen, ob wir uns nicht hierfür noch ordentliches Gerät anschaffen. Weitere Winter sind in Aussicht!
Im September 2025 gönnen wir uns einen weiteren Ausflug nach Cape Breton, das ist der nördliche Teil von Nova Scotia, eine vom Festland nur durch eine Art Brücke verbundene Insel, eigentlich. Cape Breton ist landschaftlich ein ziemliches Kontrostprogramm, bergig mit spektkulären Blicken auf den atlantischen Ozean. Mitten drin ein riesiger See, der Bras D’Or Lake, der mit dem Ozean verbunden ist und deshalb ein Gemisch von Süß- und Salzwasser ist. Ganz besonders also. Einen separaten Post hätte der Ausflug eigentlich verdient. In der Bildergalerie gibt es ein paar Einblicke.
Ansonsten gibt es über unseren Herbst nicht allzuviel zu berichten. Einige Wochen haben wir in Deutschland verbracht. Unsere Wohnung bewohnt, deutsche Gründlichkeit und etwas Kultur genossen. Freunde und Familie getroffen. Endlich mal wieder Schwarzwurst, einen deftigen Schwarzwälder Schinken und Landjäger verdrückt. Und nicht zu vergessen, gutes gesundes Vollkornbrot und knackige Brötchen und Brezeln. Mmh! Das sind so Dinge, die wir in Kanada wirklich vermissen.
Wir sind ja nicht diejenigen, die Deutschland so schrecklich finden. Uns hat einfach die Idee gelockt, an einem anderen Ort zu leben, eine andere Kultur kennenzulernen, die Komfortzone zu verlassen und sich nochmal auf ein richtiges Abenteuer einzulassen. Wir genießen es deshalb durchaus, immer wieder in die alte Heimat zu kommen, das erdet, man nimmt die positiven Dinge viel mehr wahr als die negativen. Deutschland ist und bleibt ein Land auf extrem hohem Niveau in ganz vielen Belangen. Wer was anderes erzählt, lügt absichtlich oder hat null Ahnung von dem, was auf der Welt sonst so los ist!
Weltpolitisch wirds auf jeden Fall spannend und spitzt sich zu. Auch unsere Lebensweise – das Wandeln zwischen den Welten Nordamerika und Europa – kann in Gefahr sein. Wir nehmen alles mit was geht!


