Eine neue Ära beginnt

Jetzt auch in Kanada! (2)
24. Mai 2026

Ja, so sieht’s aus! Denn ich habe große Neuigkeiten zu berichten.

Seit dem 20. Mai 2026 bin ich stolze Besitzerin eines Work Permits (Arbeitserlaubnis) in Kanada. Dietmar wird ein Spousal Work Permit bekommen!
Aber was bedeutet das eigentlich, wozu das Ganze und warum erst jetzt? Da gibt es einiges zu berichten – ich versuch es kurz zu halten.

Schon als wir in 2019 / 2020 unsere Kanada Idee entwickelten, hatte ich die die Idee bzw. den Wunsch, meine Arbeit als Web- und Media-Designerin weiterzuführen, in kleinerem Rahmen sozusagen. Gleich nach dem Kauf unseres Grundstücks haben wir deshalb in Kanada die GOWILD Web & Media Agency als Tochtergesellschaft meiner damaligen Agentur in Tübingen – creactivCONCEPT – gegründet. Zusammen mit einem Immigrationsberater hatten wir die Idee des Intra-Company Transfers als wahrscheinlichsten Weg für den Erhalt eines Workpermits in einer eigenen Firma ausgekundschaftet. Als es jedoch dann um die Antragsstellung ging, ist unser damaliger Berater irgendwie abgetaucht. Wir haben versucht anderweitig Hilfe zu bekommen, dabei aber keine so gute Erfahrungen gemacht, Einer wollte direkt erst mal 10.000 Dollar Anzahlung haben, andere haben total abgeraten etc. pp. Wir haben deshalb den Plan erst mal zurückgestellt und uns in die wichtigeren, direkt notwendigen Aktivitäten gestürzt. Und überhaupt – eigentlich konnten wir uns ganz gut vorstellen, wirklich nur auf Touristenbasis im Land zu leben und eben alle 6 Monate wieder nach Deutschland zu reisen.

Einige Jahre sind ins Land gegangen – 4 um genau zu sein. Inzwischen hat – was damals überhaupt nicht abzusehen oder geplant war –  unsere Tochter hier in Kanada ebenfalls Fuß gefasst und einen Antrag auf Permanent Residence gestellt. Die kanadische Company war immer noch vorhanden, ohne Arbeitserlaubnis durfte ich nicht darin arbeiten, kanadische Kunden auch für die deutsche Firma, waren tabu. Aber auch ohne aktives Business mussten Umsatzsteuererklärungen und Jahresabschlüsse abgegeben werden, ganz genau derselbe Aufwand, wie das auch in Deutschland so läuft – verbunden mit Aufwand und Kosten … Jedenfalls, im letzten Herbst haben wir das Thema nochmals heiß diskutiert und beschlossen, einen Versuch zu wagen und, sollte es nicht hinhauen, die Company tatsächlich aufzulösen und das Kapitel endgültig abzuschließen.

Gesagt getan! Über diverse Facebook-Gruppen und Kontakte haben wir Lisa Schöberlein von „From Far & Wide Immigration Consultancy“ gefunden und mit ihr einen Zoom-Termin vereinbart. Sie hat etwas recherchiert und bestätigt, dass der ursprünglich angedachte Weg nach wie vor möglich ist und dass die Wahrscheinlichkeit durchaus hoch ist, dass es klappt. So haben wir allen Mut zusammengenommen und uns in die Mühle der Bürokratie Kanadas geworfen. Zig Seiten Formulare ausgefüllt, alte Bescheide und Zeugnisse rangeschafft, Übersetzungen erstellt und ein dickes Pamphlet an Daten bei IRCC eingereicht. Und siehe da! Es hat hingehauen. Man muss es einfach nur tun! Wie so vieles im Leben!

CreactivCONCEPT ist ja inzwischen verkauft, meine ehemalige Mitarbeiterin führt das Unternehmen weiter. Inzwischen gehört die GOWILD Canada unserer in 2023 gegründeten deutschen Firma GOWILD Germany. Neben deutschen bzw. internationale Kunden können ab sofort auch kandische Kunden angenommen werden. Das ist super. Ich freue mich auf spannende neue Projekte.

Den  Antrag haben wir mit unserem geplanten Deutschlandaufenthalt verbunden, denn zur Aktivierung ist immer die Einreise über eine kanadische Grenze notwendig. Mitte März bis Mitte Mai war sowieso mal wieder eine ausgiebiger Aufenthalt in Deutschland geplant.  Intensive 9 Wochen erleben wir also im Frühjahr 2026 in Deutschland. Das Hauptthema … Neuvermietung eines Teils meiner Büroräume in Tübingen. In den letzten Jahren gab es immer wieder Änderungen bei der Mietersituation, nun also eine komplette Neuvermietung der 120 m² im Erdgeschoss. Gar nicht so einfach, das Ganze. Zum einen wegen der unsicheren wirschaftlichen Lage, zum anderen hat Tübingen tatsächlich in den letzten Jahren massiv an modernen Gebäuden und Büroflächen aufgerüstet. Corona geschuldet hat sich aber die Zielgruppe potentieller Mieter deutlich verschoben. Viele klassische Dienstleister haben Büroräume reduziert, das Arbeiten vom Homeoffice mit Zoom und Co. hat sich etabliert. Trotz intensiver Bemühungen gibt es nur wenig Resonanz.

Wer mich kennt, weiß, wenn es Probleme gibt, bin ich immer ganz schnell dabei die Flucht noch Vorne anzutreten! Was könnte man denn sonst noch mit den Räumen anfangen? Ein Seminar- und Meeting-Zentrum in Lustnau viellicht? … Schnell steht der Business-Plan und das Logo und sogar schon eine Webseite ist vorbereitet und ich stehe in den Startlöchern. Paralell kommt die Nachricht von der Immigrationsberaterin, dass unser Worpermit ziemlich sicher durchgeht! Hm … irgendwie ist das vielleicht doch ein bisschen viel, Firma in Kanada starten, neues Business in Deutschland hochziehen … ne also … man sollte es vielleicht nicht übertreiben! Jedenfalls, Handbremse gezogen und nochmal intensiv  Vermietungsanzeigen geschaltet, Und wer sagt’s denn, in allerletzter Sekunde sozuagen, knapp eine Woche vor unserer Abreise, unterschreibt unsere neue Mieterin den Mietvertrag! Es muss wohl doch so sein.

Zwischendurch noch diverse Arzttermine und einen Krankenhausaufenthalt von Dietmar – mit zum Glück positivem Ausgang –  durchgenudelt. Freunde besucht, neue Kunden gefunden, bestehende Kunden getroffen. Die Tage waren bis zum Rand gefüllt … irgendwie ist es halt doch so und lässt sich nicht vermeiden … in Deutschland ist es immer ein bisschen stressig.

Nun sind wir also wieder in Nova Scotia … die wunderbare Natur und Weite, See und Wald und vor allem die Ruhe beginnen langsam wieder in mein Gemüt zu diffundieren. Runter kommen, die Zukunft in Ruhe anpacken. Darauf freue ich mich.